10 weeks post partum – warum ich keine "Fit Mom" sein will

Genau zwei Wochen nach der Geburt habe ich zum ersten Mal das Gym wieder betreten, diesmal in Begleitung meines Sohnes außerhalb des Bauches. Viele werden jetzt denken: "Pfff, schon wieder so eine Fit Mom, die allen zeigen muss, wie schnell und easy sie wieder in ihre alte Form kommt." Nein, ganz und gar nicht. Als ich mich auf die Waage stellte, hatte ich 10 kg weniger, einen enormen Schlafenzug und immer noch Mühe aufrecht zu stehen. Ich war also erstens alles andere als fit und zweitens wirklich alles andere als motiviert wieder zu trainieren…

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Zehn Kilo weniger? In so kurzer Zeit? Wie geht das?

Nun, die laaaaange Geburt hat mich einige Kilo gekostet: natürlich das Baby, die überdurchschnittlich große Plazenta, das Stillen und zudem sind die ersten Tage nicht gerade besonders stressfrei, so wäre das einmal erklärt. Das als Erfolg zu verbuchen wäre also ein bisschen verlogen, denn so ein Gewichtsverlust fühlt sich in diesem Fall nicht wirklich toll an.

Training im Wochenbett? Ist die verrückt?

Jein, ich habe natürlich nicht sofort wieder angefangen Gewichte zu heben. Ich wäre auch nicht in der Lage dazu gewesen, ich war erschöpft und kraftlos. Da meine Fehlhaltung (extremes Hohlkreuz durch Schwangerschaft und Babytragen) aber immer mehr Schmerzen verursacht hat, musste ich schleunigst etwas dagegen tun, da so ein Baby ja auch nicht leichter wird mit der Zeit…

Training in der Schwangerschaft, ist das nicht gefährlich?

Ich frage mich oft, wie ich denn wohl dran gewesen wäre, wenn ich nicht bis zum Schluss der Schwangerschaft in Bewegung geblieben wäre, so hatte ich eine gute Basis für das Ganze: gestärkter Rücken, trainierte Beine und eine gute Basis an Kraft in den Armen, um den kleinen Mann nachts mehrmals aus dem Bett zu heben, um ihn untenrum wieder geruchsneutral zu zaubern. Mit Sicherheit bringt ein gewisses Maß an Fitness auch einiges für die Rückbildung nach der Geburt, ich glaube, dass das bei mir ganz deutlich so war bzw. ist. Auf keinen Fall sollte man sich übernehmen und härteres Training nur unter professioneller Aufsicht absolvieren. Jede Frau muss das für sich selbst entscheiden und hört im Idealfall auf ihr Körpergefühl und das nicht nur beim Training, sondern auch bei der Ernährung usw. Jede Schwangerschaft verläuft anders, es gibt da eben kein Faustregelprinzip, das auf alle gleich zutrifft.

Das „Fit Mom-Syndrom“

Wie machen das die Stars und Instagram-Fit Moms? Die sehen knapp nach der Geburt wieder aus wie vorher. Dieses Rätsel lässt sich lösen: mit Geld! Hätte ich eine Nanny, eine Putzfrau, einen Koch, ein voll eingerichtetes Gym zu Hause plus einen Personal Trainer, der den ganzen Tag für mich Zeit hat, dann wäre das deutlich einfacher. Es wäre auch schon einfacher, wenn nur einer dieser Faktoren bei mir zutreffen würde (Nein, mein Mann hat definitiv nicht immer genau dann Zeit, wenn ich trainieren kann)! Aber das ist auch der Grund, warum ich mich nicht als „Fit Mom“ bezeichnen würde, das entspricht einfach so gar nicht der Realität. Zumindest nicht in der Regel und ganz bestimmt nicht in dem Ausmaß, in dem das Instagram vorgaukelt! Ich könnte mich jetzt auch bauchfrei in ein gutes Licht stellen und leichte Ansätze eines Sixpacks präsentieren, aber das wäre eben nicht ich, sondern eine gute und inszenierte Momentaufnahme von mir. Trotzdem bin ich stolz auf mich, ich hatte sehr viel Glück und viele tolle Menschen, die mich unterstützen und motivieren nicht aufzugeben trotz der nicht ganz leichten Umstände:

Vorher-Nachher Bild: Am 20. Februar hatte ich den Blasensprung, knapp 3 Wochen später war zwar mein Bauch fast wieder verschwunden, aber die Augenringe sprechen Bände! Absolutely NOT FIT MOM ;-)

Vorher-Nachher Bild: Am 20. Februar hatte ich den Blasensprung, knapp 3 Wochen später war zwar mein Bauch fast wieder verschwunden, aber die Augenringe sprechen Bände! Absolutely NOT FIT MOM ;-)

Back to normal!

Mittlerweile trainiere ich fast wieder „normal“, sofern mein Sohn da mitspielt und währenddessen schläft oder von Papa oder den Großeltern betreut wird (Danke an dieser Stelle!). Ich fühle mich immer besser und fitter trotz der quasi permanenten Müdigkeit.

Natürlich bin ich längst nicht auf meinem alten Trainingslevel, das wird dauern, aber das ist absolut okay! Und klar haben sich meine Prioritäten verschoben, aber ich will immer noch fit sein, um mich wohl zu fühlen, denn wenn ich das tue, dann bin ich auch besser gewappnet für den Alltag als Mami.

 

Verfasst von: Sabine Schmidt